Leben nach dem Tod
 
Das menschliche Leben ist die letzte Etappe in dem Aufwärtsmarsch des Kreislaufs der Reinkarnation der Seele. Das Individuum hat die hohe Geburt als Mensch erreicht nachdem es durch niedrigere Lebensformen ging. Das menschliche Leben ist die letzte Stufe im Fortschritt der Seele zur Gottheit. Es liegt an uns das Beste aus dieser Gelegenheit zu machen und damit unseren Zyklus der Seelenwanderung zu beenden.
 
ਅਨਿਕ ਜਨਮ ਬਹੁ ਜੋਨੀ ਭ੍ਰਮਿਆ ਬਹੁਰਿ ਬਹੁਰਿ ਦੁਖੁ ਪਾਇਆ ॥
ਤੁਮਰੀ ਕ੍ਰਿਪਾ ਤੇ ਮਾਨੁਖ ਦੇਹ ਪਾਈ ਹੈ ਦੇਹੁ ਦਰਸੁ ਹਰਿ ਰਾਇਆ ॥੧॥
 
"Wandernd durch unzählige Inkarnationen, erlitt ich Schmerz und Leid in so vielen Leben, immer und immer wieder. Durch Deine Gnade erhielt ich diesen menschlichen Körper; gib mir die selige Vision Deines Darshan, o souveräner Herr König. || (Ang 207)
 
In der Sikhi bedeutet der weltliche Tod die Zerstörung des physischen Selbst (Körpers). Die Asche und das Knochenmehl vermischen sich mit den Elementen. Aber die Seele, die den Körper verlässt, wartet auf ein neues Hausieren. So wie eine Person abgenutzte Kleidung wegwirft und sich neue holt, so wirft die Seele den abgenutzten Körper aus und hausiert in einer neuen Lebensform.
 
Sikhi glaubt an die Unsterblichkeit der Seele.
 
ਕਹੀ ਨ ਉਪਜੈ ਉਪਜੀ ਜਾਣੈ ਭਾਵ ਅਭਾਵ ਬਿਹੂਣਾ ॥
ਉਦੈ ਅਸਤ ਕੀ ਮਨ ਬੁਧਿ ਨਾਸੀ ਤਉ ਸਦਾ ਸਹਜਿ ਲਿਵ ਲੀਣਾ ॥
 
Die Seele wird nie geboren, auch wenn der Mensch so meint. Sie ist frei von Geburt und Tod. Wenn der Mensch die Idee von Geburt und Tod aufgibt, dann versinkt er für immer in göttlicher Liebe." ॥ (Ang 475)
 
Der spirituell Aufgeklärte hat keine Angst vor den Qualen des Todes. In der Tat begrüßt er den Tod, weil dieser ihm eine Chance für die grenzenlose Vereinigung in Göttlichkeit gibt. Die böse Person jedoch scheut sich vor dem Tod und verspürt grenzenlose Angst. Für sie wird es auf den endlosen Kreislauf von Geburt und Tod führen. Nach dem Tod kommt man in die nächste Geburt je nach dem, was man verdient. Wenn er böse war, nimmt er Geburt in den niederen Arten. Wenn er gute Taten vollbracht hat, nimmt er Geburt in einer guten Familie. Der Kreislauf von Geburt und Tod hält die Seele von Heiligkeit und Göttlichkeit entfernt.
 
Er kann sich mit Gott vereinen, wenn das Individuum, durch geistige Anstrengungen, das Vermögen von Naam und damit ein Leben in der Gegenwart des Göttlichen angehäuft hat.
 
Guru Arjan Sahib Ji in Sukhmani Sahib beschreibt das traurige Schicksal der Seele, die nicht mit dem Naam ausgestattet ist. Die Seele in ihrem einsamen Marsch durch die Dunkelheit kann nur Nahrung in dem Willen Gottes finden. Ansonsten fühlt sie den Schmerz der Isolation, der Einsamkeit und schließlich der Depression.
 
Die Seele, "Jeev", ist ein Teil Gottes. Es ist unsterblich wie Er. Vor der Schöpfung, lebte sie mit Gott. Sie waren Eins. Nach dem Willen Gottes nimmt sie verschiedenste Lebensformen ein. Die Seele wird jedoch durch Tugend und Meditation über "den Naam" genährt. Die Seelenwanderung kann durch Meditation und göttlicher Gnade zu einem Ende kommen.
 
Die Menschen werden auf Panjabi "Aadmee" genannt. "Aa" (Dieser) + "Dam" (Atem) = "Aadmee". Der Mensch ist im Wesentlichen die Person, die in der Gegenwart zu leben hat und das Beste aus jeder Gelegenheit machen soll. Die Gegenwart ist der Atem eines einzelnen. Nur der Schöpfer weiß, wann oder welches der letzte Atemzug sein wird. Hierbei lässt sich feststellen, wie nah der Tod sein kann.
 
ਹਮ ਆਦਮੀ ਹਾਂ ਇਕ ਦਮੀ ਮੁਹਲਤਿ ਮੁਹਤੁ ਨ ਜਾਣਾ ॥
ਨਾਨਕੁ ਬਿਨਵੈ ਤਿਸੈ ਸਰੇਵਹੁ ਜਾ ਕੇ ਜੀਅ ਪਰਾਣਾ ॥
 
"Wir sind Menschen aus einem Atem und kennen die bestimmte Zeit und den Moment unserer Abreise nicht. Betet Nanak, diene dem Einen, dem unsere Seele und Atem des Lebens gehören". || (Ang 660)